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Lernrückstände aufholen mit dem Programm „students@school“

Illustration zeigt eine Lehrkraft mit Schüler*innen beim Matheunterricht.

Lernrückstände aufholen

Das Programm „students@school“ ermöglicht den zielgerichteten Einsatz Studierender an Schulen. Unterrichtsergänzend werden Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, ihre Lernrückstände in den sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzen aufzuholen.

[Schule NRW 02-22]

Die Corona-Pandemie hat auch große Auswirkungen auf Schule und Bildung. Die Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts hat trotz des großen Engagements der Lehrkräfte bei einem Teil der Schülerinnen und Schüler zu Lernrückständen geführt. Alle am Schulleben Beteiligten sind somit mehr denn je herausgefordert, diesen und weiteren Effekten der Pandemie entgegenzuwirken. Doch für Schulen und Lehrkräfte ist es im Rahmen des regulären Unterrichts und mit den bestehenden Ressourcen nicht immer möglich, spezielle, auf einzelne Schülerinnen und Schüler zugeschnittene Angebote und Maßnahmen umzusetzen. Zur Stärkung der für den weiteren Bildungsverlauf so bedeutsamen Basiskompetenzen steht daher zur personellen Unterstützung seit Ende 2021 das Programm „students@school“ allen allgemeinbildenden Schulformen landesweit offen.  

 

Zusammen lernen, zusammen stark

Mit durchschnittlich sieben Wochenstunden unterstützen die Studierenden den Unterricht der Lehrkräfte vor Ort. Sie ergänzen den Unterricht, indem sie Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen fördern und ihnen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Der Einsatz der Studierenden ist für die Schulen kostenfrei. Bevorzugt berücksichtigt werden Schulen in herausfordernden Lagen. Grundlage für die Verteilung ist der Schulsozialindex. Die Kommunen entscheiden eigenverantwortlich darüber, welche Schulen Studierende zur Unterstützung erhalten und schließen mit den Studierenden Verträge ab. Über ein von RuhrFutur entwickeltes Online-Portal können die Bedarfe und Präferenzen der Schulen mit den Wünschen und Voraussetzungen der Studierenden passgenau abgeglichen werden: https://students-at-school.de/.

Das Honorar für den Einsatz der Studierenden orientiert sich mit 15 Euro Stundenlohn an dem Honorar einer studentischen Hilfskraft im Masterstudium. Studierende finden in diesem Programm eine attraktive Nebentätigkeit und erwerben durch die Erfahrungen in der Schule zusätzliche Kompetenzen, die auch für ihre Ausbildung wertvoll sind. Den Hochschulen steht es zudem frei, die Unterrichtszeiten im Rahmen des Programms „students@school“ als Berufsfeldpraktikum anzuerkennen. Das Angebot richtet sich an Lehramtsstudierende, aber auch Studierende aus anderen Studiengängen mit sozialer beziehungsweise psychologischer Ausrichtung können am Projekt teilnehmen.

Voraussetzung ist, dass die teilnehmenden Universitäten über ein Zentrum für Lehrerbildung verfügen.

Um die Studierenden auf ihre Rolle und Aufgabe in der Schule vorzubereiten und begleitend zu unterstützten, nehmen die Studierenden während ihres Einsatzes an einer praxisorientierten Qualifizierung teil.

„students@school“ wird durch das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Landesprogramms „Ankommen und Aufholen für Schülerinnen und Schüler“ gefördert. In enger Kooperation mit den Zentren für Lehrerbildung der beteiligten Hochschulen übernimmt RuhrFutur die Koordination des gesamten Programms ebenso wie die Netzwerkbildung und den Erfahrungsaustausch zwischen den Hochschulen, Kommunen und Schulen.

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer erklärt: „Gemeinsam mit unserem Partner RuhrFutur setzen wir mit dem Projekt ,students@school‘ einen weiteren Hebel an, um Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, ihre Lernziele auch in der Pandemie zu erreichen. Von ,students@school‘ profitieren alle Beteiligten: Die Schülerinnen und Schüler erhalten zielgerichtete Unterstützung im Unterricht, Lehrkräfte werden entlastet und die Studierenden sammeln wichtige Praxiserfahrungen. Es bleibt weiter unerlässlich, den Folgen der Corona-Krise in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung zu begegnen und dabei auch neue Wege zu gehen, um die Schulen zu entlasten.“

Dr. Oliver Döhrmann, Geschäftsführer der RuhrFutur gGmbH ergänzt: „Die Auswirkungen der Pandemie im gesamten Bildungssystem sind weitreichend und bedürfen eines entschlossenen Vorgehens, um diesen wirksam zu begegnen. Bildungsgerechtigkeit für alle jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft ist dabei aus unserer Sicht der zentrale Maßstab für alle Aktivitäten. Um die Pandemie-Folgen auch zukünftig abzufedern, sind die Initiativen von Bund, Land, Kommunen und vielen weiteren Bildungsakteuren von größter Bedeutung. So wäre es wünschenswert, wenn bewährte Programme Anschlussperspektiven erhalten, so dass sie langfristig wirksam sein können.“

 

Erfolgreiche Pilotphase im Ruhrgebiet

Das Programm „students@school“ ist im November 2021 in eine Pilotphase gestartet. Teilgenommen haben die Ruhrgebietskommunen Dortmund sowie Duisburg in Kooperation mit den Zentren für Lehrerbildung (ZfL) beziehungsweise Professional Schools of Education (PSE) der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund sowie der Universität Duisburg-Essen. Eine Ausweitung auf ganz NRW ist in Planung.

Das Interesse der Studierenden mitzuwirken war und ist groß. Insgesamt haben sich 173 Studierende beworben. Davon konnten bisher 69 Studierende an 31 Dortmunder Schulen (22 Grund-, drei Real- und vier Hauptschulen, ein Gymnasium, eine Gesamtschule) und elf Studierende an neun Schulen in Duisburg (vier Grund- und eine Sekundarschule, zwei Gesamtschulen, zwei Gymnasien) vermittelt werden.

Interessierte Studierende und Schulen können sich über das Portal https://students-at-school.de bewerben. Dort sind alle wichtigen Informationen übersichtlich zusammengestellt. Interessierte Schulen können sich vorab auch an ihre Schulträger wenden.

Das Programm „students@school“ läuft noch bis Ende 2022.

 

Autoren: Dr. Oliver Döhrmann, Sabine Rehorst, RuhrFutur

RuhrFutur

RuhrFutur setzt sich seit der Gründung im Jahr 2013 für mehr Bildungsgerechtigkeit und ein leistungsfähigeres Bildungssystem ein, in dem alle jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen auf Bildung haben. Dabei hat die Organisation umfangreiche Expertise in der Koordination komplexer Kooperationsvorhaben unter Beteiligung von Kommunen, Schulen, Hochschulen, der Landesregierung und weiteren Akteuren aufgebaut. An diese knüpft RuhrFutur bei der Umsetzung von „students@school“ an.